EDINBURGH Universitätsforschungsstrategie

Kusch musste also weg aus Deutschland, ging nach Israel, um in einem Kibbuz zu arbeiten - und traf dort eine Finnin. Mit der ging es, weil er in Deutschland Persona non grata war, nach Finnland, wo er in Jyväskylä, Oulu und in Helsinki Philosophie studierte. Seine Dissertation schrieb er beim berühmten Philosophen und Logiker Jaakko Hintikka auf Englisch, seine nächsten zwei - darunter eines mit Hintikka - auf Finnisch. Und es lag wohl auch an seinem international renommierten Doktorvater, dass Kuschs Karriere nicht in der finnischen Provinz endete, sondern ihn an etliche Universitäten rund um den Globus und weit über die Philosophie hinaus führte.

Die Beschäftigung mit Michael Foucault brachte den heute Jährigen zunächst zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsphilosophie. Dann landete er an der Universität Edinburgh bei einer Gruppe einflussreicher Soziologen. Und bevor er als einer der ersten Professoren aus dem nichtdeutschsprachigen Ausland an das Institut für Philosophie der Uni Wien berufen wurde, hatte er in Cambridge einen Lehrstuhl für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftssoziologie.

Was, wann, wo?

Kusch braucht man nicht lange um Gegenargumente zu bitten: "Zum einen wird es wohl noch gestattet sein, eine der wichtigsten Institutionen der modernen Gesellschaft philosophisch, soziologisch oder historisch untersuchen dürfen. Sonst dürfte man das auch nicht mit der Wirtschaft oder der Kirche tun. Zum anderen verweist Kusch darauf, wie wichtig Philosophie in allen möglichen wissenschaftlichen Disziplinen sei, und belegt das mit Selbsterlebtem: "Ich habe einmal für ein Jahr am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung gearbeitet, und da gab es überhaupt keine Grenzen zwischen der experimentellen Arbeit der Psychologen und meinem Interesse an der Psychologie aus philosophischer und soziologischer Perspektive.

Sein aktuelles Hauptarbeitsgebiet bezeichnet der Philosoph, der keine fachlichen Berührungsängste hat, als "soziale Epistemologie". Das klingt komplizierter, als es ist: "Dabei geht es einfach darum, Wissen als soziales Phänomen zu verstehen, und das kann man eben auch auf philosophische Weise machen. Unter Kuschs mittlerweile acht Büchern finden sich aber auch soziologische und historische Fallstudien - so etwa zur Frage, wie es kam, dass die Psychologie ein eigenes Fach wurde.

Doch nicht nur der historische Blick zurück auf die Disziplinen führt in vielen Fällen zu überraschenden Perspektiven. Noch irritierender mag für viele Naturwissenschafter eine andere, wissenschaftssoziologische Forschungsstrategie sein, die in Edinburgh praktiziert wurde und der auch Kusch einiges abgewinnt: "Man schaut sich dabei wissenschaftliche Kontroversen an - etwa zwischen der Evolutionsbiologie und dem Kreationismus - und versucht zu erklären, woran es liegt, dass sich in einem besonderen Kontext die eine Ansicht durchsetzt und nicht die andere.

Allgemein gesprochen, ist der Relativismus die Ansicht, dass es schuldlose Meinungsverschiedenheiten geben kann.

Bei Geschmacksfragen ist das nicht umstritten: dem einen schmeckt Kohlrabi, dem anderen nicht - und keiner von beiden muss sich irren. Ob dies aber auch für wissenschaftliche Theorien gilt? Kusch sagt zwar, er sei "ein bisschen Relativist", will sich aber ansonsten nicht festlegen lassen. Hier werden zunächst die Diskussionen zum Thema und die Daten und statistischen Methoden dargestellt.

Im Bereich der Publikationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Fachzeitschriften hat sich bereits eine ganze Industrie von Aktivitäten der heutigen Bibliotheksdienste entwickelt, deren sichtbarster Ausdruck das frei verfügbare globale Zeitschriftenranking [6] aus der Datenbank Scopus ist, [7] aber im Bereich der Buchpublikationen stehen derartige Aktivitäten im deutschen Sprachraum erst am Anfang.

Abbildung 1. Abbildung 1 zeigt, wie Name und Standort der globalen Bibliotheken des OCLC Worldcat abgefragt werden können. Als Parallelentwicklung des Verlagsrankings, die jedoch nicht an die methodische Strenge der hier erwähnten Ansätze, wie sie heute exemplarisch an der Universität Granada in Spanien entwickelt worden sind, heranreicht, gibt es unter den academic communities in einzelnen Disziplinen [12] und in einzelnen Länder — so in den Niederlanden, [13] in Norwegen, [14] und Spanien [15] — subjektiv erstellte, zumeist sehr lange Listen, basierend auf Evaluationen und Fragebögen unter Wissenschaftlern, bei welchen Verlagen man am besten publizieren soll und bei welchen nicht.

Die 20 erstgereihten Verlage für die spanische Forschungswelt sind:. Generell gingen die Granada-Forschungsarbeiten, basierend auf dem Book Citation Index davon aus, dass die folgenden Verlage die konsolidierte internationale Spitzengruppe bilden: [17]. Stimmt das Publikationsverhalten von Wissenschaftlern an führenden Universitäten mit solchen Rankings überein? Warum publizieren Gruppen von Wissenschaftlern tatsächlich bei einem bestimmten Verlag, und nicht bei einem anderen? Diese Frage untersuchen wir hier. Unsere Forschungsstrategie baut auf Folgendem auf: Einerseits gibt es schon auf objektiven Kriterien erhobene Daten über das Ranking von Verlagen.

Position innerhalb des Seitenbaumes

In der Literatur gibt es drei grundlegende, einfache Hypothesen zu diesem Bereich. Ist es erstens das erwartbare Echo der Publikationen des Verlages im internationalen Schrifttum, also die bisherige Zitierungsintensität, welche den Ausschlag dafür gibt, wo man publizieren soll, oder ist es zweitens der Verbreitungsgrad der Schriften in den Bibliotheken rund um den Globus oder drittens das Echo des Verlages in den klassischen Medien oder den heutigen neuen Medien und sozialen Netzwerken wie Wikipedia?

Hier darf auch erwähnt werden, dass als mögliches weiteres Kriterium für das Ranking von akademischen Werken letztens auch die Entlehnungsstatistiken von Bibliotheken ins Spiel gebracht wurden. Gleichen sich diese Prozentsätze in Cambridge, Harvard, Oxford, Stanford, Yale etc. Wir können natürlich nicht den Inhalt der Gespräche über künftige Publikationen, die die academic community während der Kaffeepausen internationaler Konferenzen führt, messen, aber wir können uns schon die Frage stellen, welche statistischen Beziehungen zwischen den in der Forschung letztens erhobenen objektivierten Merkmalen von Verlagsunternehmungen [22] und dem Publikationsverhalten führender academic communities wie den hier untersuchten Wissenschaftsgemeinschaften in Dänemark und den Niederlanden besteht.

Hier benutzen wir zwei vorzügliche neue, frei verfügbare Datenbanken — die Dänische landesweite Forschungsdatenbank [23] sowie die Datenbank der Reichsuniversität Groningen in den Niederlanden [24] — und vergleichen die Daten dieser beiden Informationssysteme mit bisherigen quantitativ abgesicherten Aussagen über das Prestige, Zitationsmuster und die globale Präsenz von wissenschaftlichen Verlagen. Die beiden genannten Datenbanken sind einzigartig in ihrer Allgemein- und Gesamtheit.

Und um unsere statistischen Vergleiche abzurunden, unternehmen wir eine kleine Reise in die akademische Welt von Spanien, wo erstmals auf dem Globus eine methodisch gut abgesicherte Umfrage unter der gesamten wissenschaftlichen community durchgeführt wurde, bei welchem Verlag sie am liebsten publizieren würde. Wir fragen uns, ob statistisch gesehen unsere Ergebnisse durch die spanische Gesamtumfrage unterstützt werden oder nicht.

Die erfassten dänischen Einrichtungen sind dem englischsprachigen Alphabet nach:.


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Für die genannten Forschungseinrichtungen lässt sich von der Webseite Scimago [25] unschwer ihr globales akademisches Ranking nach der Publikationsdatenbank Scopus [26] abrufen. Die University of Copenhagen ist unter den hier genannten Institutionen laut Scimago die global am höchsten gereihte Forschungseinrichtung derzeit Rang 75 der Weltrangliste ; bei der Forschung belegt sie sogar weltweiten Rang Die seit bestehende Rijksuniversiteit Groningen ist laut Scimago Rang der Weltrangliste, bei der Forschung belegt sie Rang 89 und ist damit ebenso unter den globalen Top Im Vergleich mit den deutschsprachigen Voll-Universitäten [27] liegen unsere untersuchten academic communities damit auf guten, man möchte fast sagen, beneidenswert guten Plätzen, wie folgende Scimago-Sir-Auswertung der bestgereihten Institutionen in Deutschland, Österreich, und der Schweiz zeigt:.

Was können Angehörige der europäischen academic community, und gerade auch jene, die noch nicht in einem abgesicherten Dienstverhältnis stehen, nun vom praktischen Beispiel der Dänen und Holländer lernen? Die unmittelbaren Vorteile der hier verwendeten Datenbanken liegen auf der Hand. Immerhin zeigt z. Die hier vorgestellten Analyseinstrumente allein liefern der academic community schon sehr wichtige und wirklich praktische Hinweise für Publikationsstrategien, und sie liefern den Fachbibliotheken erste und handfeste Instrumente, mit denen sie ihren Fakultäten rasch beratend zur Seite stehen können, wenn es um akademische Strategieentwicklung geht.

Da sind sie, die Bücher, die die Europäer schrieben, und die bei guten englischsprachigen Verlagen tatsächlich ins Programm aufgenommen wurden! Zeit, gerade am Beginn einer immer unsicherer werdenden akademischen Laufbahn, ist kostbar, und die Auswahl eines guten wissenschaftlichen Verlages für eine Buchpublikation kann strategische Wichtigkeit erlangen — auch im Hinblick auf spätere akademische Karriereentwicklungen, wie Habilitationen, künftige Berufungsverfahren etc. Wissenschaftliche Bibliotheken stehen heute somit immer mehr vor der Herausforderung, für ihre Forschungseinrichtungen systematische Auswertungen der Trends auf dem internationalen Wissenschaftsmarkt zu liefern.

Das wollen doch unsere Wissenschaftler? Gibt es ein Publikum nicht nur in London und New York, sondern vielleicht auch in den wirtschaftlich aufstrebenden Staaten der Pazifikregion, im Nahen Osten, in den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union?


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In den BRICS-Staaten? Gereiht wurden jene Verlagsunternehmen, deren Auswahl bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben wurde und über die bereits sehr viele internationale Daten vorhanden sind. Ein Erfolgsgeheimnis der hier bestgereihten Verlage scheint zu sein, dass sie intensiv mit der auch in Entwicklungsländern weit verbreiteten Datenbank EBSCO HOST zusammenarbeiten.

Abbildungen 2 und 3 liefern uns einen Screenshot der verwendeten Suchprofile in unseren dänischen und niederländischen Forschungsdatenbanken.

Wissenschaftlicher Beirat

Wir verwendeten jeweils folgende Einschränkungen:. Die dänische Datenbank zeigt uns die Die Tabellen 2 und 3 informieren nun über die Publikations-Präferenzen der dänischen und niederländischen academic communities, geordnet nach den wissenschaftlichen Verlagen, über die wir auch sonstige multivariate Daten zur Verfügung haben.

Weltweit gesehen haben die hier analysierten akademischen Verlage im Vergleichszeitraum nach OCLC Worldcat 1. In den akademischen Disziplinen liegt der Anteil dieser Verlage noch viel höher.

Der Ein-bisschen-Relativist - Forschung Spezial - › Wissenschaft

Die englischsprachigen Buchpublikationen der dänischen Scientific Community, — [41]. So hat also Dänemarks Forschungswelt die hier untersuchten Verlage unseres Globus gereiht. Die Groningen-Datenbank gibt neben ihren vielen anderen Aspekten ebenso einen Einblick in die 1.

Auch dort stimmte die academic community mit dem Laptop oder Tablet in der Hand über die Verlage der Welt ab:. Nun zeigen wir bereits einen der vielen konkreten Nutzen der beiden vorgestellten Datenbanken für die Beantwortung der möglichen Fragen der academic community an die Bibliotheksdienste des Jahrhunderts — wo können EuropäerInnen realistisch gesehen ein wissenschaftliches Buchmanuskript gut publizieren? Wir testeten die Datenbanken z.

Die dänische Datenbank liefert nicht weniger als englischsprachige Buchtitel im Zeitraum — und entsprechend vielfältige Hinweise auf hervorragende wissenschaftliche Verlage, die zum Thema globalization gut und verlässlich publizieren. Die niederländische Datenbank würde uns z. Die hier dargestellten Ergebnisse wären für den Bibliotheksdienst und die Rektorate des Jahrhunderts schon wichtig genug. Die Analyse, insbesondere basierend auf Daten des OCLC Worldcat, kann aber noch viel mehr.

In unserer multivariaten Analyse der Daten aus der dänischen und niederländischen Forschungsdatenbank haben wir uns eine Strategie zurechtgelegt, die nun die in den Tabellen 2 und 3 dargelegten Daten wie folgt weiterverwendet.

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